Schwanger werden mit PCOS

PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für Zyklusstörungen – aber kein Grund, den Kinderwunsch aufzugeben. Hier erfährst du, was hilft.

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betrifft etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter. Es kann den Eisprung beeinträchtigen und den Kinderwunsch erschweren. Die gute Nachricht: Viele Frauen mit PCOS werden schwanger – oft mit etwas mehr Geduld, gezielten Lebensstiländerungen oder medizinischer Unterstützung.

Wichtige Punkte

  • PCOS ist häufig, aber kein Ausschlusskriterium für eine Schwangerschaft.
  • Ein gesunder Lebensstil kann den Zyklus und die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen.
  • Es gibt wirksame medizinische Behandlungen zur Eisprungauslösung.
  • Zyklustracking hilft, den eigenen Körper besser zu verstehen.

Was ist PCOS?

PCOS steht für polyzystisches Ovarsyndrom. Es ist eine hormonelle Störung, bei der die Eierstöcke zu viele Androgene (männliche Hormone) produzieren. Das kann dazu führen, dass die Eizellreifung gestört ist und der Eisprung ausbleibt oder unregelmäßig stattfindet.

Typische Anzeichen sind unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, Akne, verstärkter Haarwuchs und manchmal Gewichtszunahme. Nicht jede Frau mit PCOS hat alle Symptome – die Diagnose basiert auf einer Kombination aus Befunden.

Warum beeinflusst PCOS die Fruchtbarkeit?

Für eine Schwangerschaft braucht es einen Eisprung. Bei PCOS ist dieser häufig gestört: Die Follikel reifen zwar heran, platzen aber nicht immer auf. Ohne Eisprung kann keine Befruchtung stattfinden. Das bedeutet nicht, dass du gar keinen Eisprung hast – viele Frauen mit PCOS haben unregelmäßige, aber durchaus vorhandene Eisprünge.

Lebensstil: Der erste Schritt

Bevor es an medizinische Behandlungen geht, können Lebensstiländerungen viel bewirken:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker und raffinierten Kohlenhydraten kann den Insulinspiegel stabilisieren. Das ist wichtig, weil Insulinresistenz bei PCOS häufig eine Rolle spielt.
  • Bewegung: Regelmäßige, moderate Bewegung verbessert die Insulinempfindlichkeit und kann den Zyklus regulieren.
  • Gewicht: Bei Übergewicht kann schon eine Reduktion von 5–10 % des Körpergewichts den Eisprung verbessern.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann Hormone zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen.

Den Zyklus tracken

Auch bei unregelmäßigen Zyklen lohnt sich das Tracking. Es hilft dir, Muster zu erkennen und mögliche Eisprünge zu identifizieren. Achte auf Anzeichen wie Veränderungen im Zervixschleim und Mittelschmerz. Ein Fruchtbarkeitskalender kann dir helfen, deine fruchtbaren Tage besser einzuschätzen.

Medizinische Behandlung

Wenn Lebensstiländerungen allein nicht reichen, gibt es bewährte medizinische Optionen:

  • Clomifen: Ein häufig eingesetztes Medikament, das den Eisprung anregt. Es wird meist als erste medikamentöse Therapie verschrieben.
  • Letrozol: Ursprünglich ein Brustkrebsmedikament, das sich bei PCOS als mindestens ebenso wirksam wie Clomifen erwiesen hat.
  • Metformin: Verbessert die Insulinempfindlichkeit und kann in Kombination mit anderen Medikamenten den Eisprung unterstützen.
  • Gonadotropine: Hormonspritzen, die direkt die Eizellreifung fördern – meist unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle.

In manchen Fällen kommen auch Verfahren wie IUI (intrauterine Insemination) oder IVF (In-vitro-Fertilisation) infrage.

Was du selbst tun kannst

  • Sprich offen mit deiner Frauenärztin über deinen Kinderwunsch und PCOS.
  • Lass deinen Hormonstatus und Insulinspiegel überprüfen.
  • Beginne mit Zyklustracking, auch wenn dein Zyklus unregelmäßig ist.
  • Sei geduldig mit dir – der Weg zur Schwangerschaft kann etwas länger dauern, aber die Chancen stehen gut.

Häufige Fragen

Kann man mit PCOS auf natürlichem Weg schwanger werden?

Ja, viele Frauen mit PCOS werden auf natürlichem Weg schwanger. Manchmal dauert es etwas länger, aber es ist durchaus möglich – besonders mit einem gesunden Lebensstil und Zyklustracking.

Wie lange dauert es mit PCOS schwanger zu werden?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Frauen brauchen etwas mehr Geduld, andere werden relativ schnell schwanger. Lebensstiländerungen und medizinische Unterstützung können den Prozess beschleunigen.

Welche Behandlungen helfen bei PCOS und Kinderwunsch?

Häufig werden Medikamente zur Eisprungauslösung eingesetzt, z. B. Clomifen oder Letrozol. In manchen Fällen kommen auch IUI oder IVF infrage. Deine Ärztin berät dich, was für dich am besten passt.

Hilft Abnehmen bei PCOS und Kinderwunsch?

Bei Übergewicht kann schon eine moderate Gewichtsreduktion von 5–10 % den Zyklus regulieren und die Chancen auf einen Eisprung verbessern. Das ist oft der wirksamste erste Schritt.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu PCOS und Kinderwunsch wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.